001 Laßt uns unsere Häupter beugen. Teurer Gott, wir sind heute nachmittag glücklich über dieses Vorrecht, daß wir uns wieder einmal versammeln können. Du allein, Herr, weißt, wie sehr sich unsere Herzen nach dieser Stunde gesehnt haben, erneut hier vor Deinem Volke zu stehen und diese Botschaft zu bringen, die so wichtig und dringend notwendig für diese Stunde ist. Du hast uns diese wenigen Tage jetzt zugeteilt. Wir beten, teurer Gott, daß Deine Hand der Barmherzigkeit über uns sei, um uns zu führen und zu leiten. Schenke uns die Dinge, die wir benötigen, Herr, denn unsere Herzen verlangen danach, dich besser zu kennen. Wir sehen das große Erntefeld weiß und reif und wissen, daß das Korn für das große Dreschen bereit ist. Teurer Gott, wir bitten, daß Du unsere Umhüllung öffnest und uns in den nächsten Tagen in der Gegenwart der Sonne liegen läßt, auf daß wir zur Reife im Reiche Gottes kommen.
002 Segne jeden Gesang, der gesungen wird; segne jedes Gebet und beantworte das Gebet eines jeden Einzelnen. Herr, rette alle Verlorenen, rufe zurück zum Hause des lebendigen Gottes und in die Gemeinschaft alle, die sich entfernt haben.
003 Wir bitten, o Gott, daß Du jede kranke Person, die unter dieses Dach kommt, heilst. Schenke es, Herr. Möge am Ende der Versammlungen nicht eine gebrechliche Person unter uns sein.
004 Teurer Gott, wir beten für uns, die wir in dieser Stunde den Anspruch stellen, die herausgerufene Gemeinde zu sein mit allen in der ganzen Welt, die aus Babylon herausgekommen sind, um an dieser wunderbaren Gemeinschaft in diesen letzten Tagen teilzuhaben, oh Gott, daß Du unsere Herzen in besonderer Weise segnest. Wir sind wirklich hungrig, Herr, und haben uns all der Dinge der Welt, von denen wir wissen, entledigt. Herr, wir haben alles Beschwerende und die Dinge, die uns so leicht umgeben, abgelegt. Gib, daß wir jetzt den Wettlauf, der vor uns ist, in Geduld laufen. Gewähre es, Vater. Mögen wir am Ende dieser Versammlung gefülltere, stärkere und bessere Christen sein, als wir beim Hereinkommen waren. Möge Gott alle Ehre empfangen, denn wir bitten es in Jesu Namen. Amen. Ich erachte es als ein großes Vorrecht heute abend, auf das ich schon einige Zeit wartete. Vor einigen Tagen sagte ich zu meiner Frau: "Ich werde so nervös in der Erwartung, zum Gotteshaus zu kommen." Natürlich habe ich andere Freunde in der ganzen Welt, doch es ist etwas Besonderes mit diesem Tabernakel [Gotteshaus] hier. Aus diesem Staub hier bin ich genommen worden, als Gott mir das Leben auf Erden gab, und ich meine, wenn ER verzieht, werde ich hier irgendwo begraben werden. Wenn ER wiederkommt, wird ER mich hier finden.
005 Es sieht so aus, als sei etwas Besonderes, wenn ich an Jeffersonville denke. Vor kurzem fühlte ich mich so einsam. Ich sagte zu meiner Frau: "Ich habe Heimweh, ich weiß nur nicht wonach, es sei denn, es sind die Menschen, die für mich beten. Das Einzige, was ich tun kann, ist zurückzugehen und dort einige Tage Versammlungen zu halten, um zu sehen, ob wir etwas vom Herrn empfangen." Vielleicht will ER uns etwas wissen lassen. Das große und wichtige Thema, das vor uns liegt, ist Heirat und Scheidung. Wenn eine Frage da ist, muß auch eine Antwort da sein. Es kann keine Frage geben, es sei denn, die Antwort ist da. Ganz gleich um was es geht, es muß eine Antwort geben. So der Herr will, möchte ich versuchen, darüber am nächsten Sonntag vormittag zu sprechen.
006 Morgen abend werden wir im Parkview-Auditorium der Parkview Hochschule sein. Es ist ein schönes abgestuftes Gebäude. Die Sitzvorrichtung ist so geschaffen, daß man eine Ablage hat, um schreiben zu können. Ich bin sicher, daß ihr euch dort noch wohler fühlen werdet als hier, wo wir so eingeengt sind in diesen Versammlungen. Dort ist genügend Platz vorhanden, auch zum Parken.
007 Hier in der Stadt gibt es ein anderes Auditorium, das sechstausend Sitzplätze hat. Wenn wir uns dort gut betragen, werden wir dieses eines Tages für eine große Versammlung, evtl. im Sommer, wenn ich von Obersee zurückkomme, mieten.
008 Wir haben Sitzgelegenheit für viertausend. Es wird für alle genügend Platz sein. Niemand braucht sich zu beeilen. Von 18:30 Uhr an könnt ihr dann kommen, ich bin sicher, daß ihr alle einen guten Sitz bekommt. Obwohl heute Mittwoch ist und somit eine Gebetsstunde stattfindet, ist alles überfüllt. So meine ich, daß wir von morgen ab dort sein sollten. Wir haben es in der Hoffnung gemietet, daß es hier überfüllt sein würde und wir nach dorthin ausweichen könnten. Ich meine, es ist am besten, wir gehen dorthin, meinst du nicht auch, Br. Neville? Ein Bruder aus der Gemeinde hat dafür bezahlt. Es hat nur fünfzig Dollar pro Abend gekostet. Ich wünschte, daß es überall so wäre, daß man so vielen für fünfzig Dollar in einem nagelneuen Gebäude mit einer feinen Plattform Sitzgelegenheit bieten könnte.
009 Natürlich werden wir ein Opfer sammeln, nehme ich an, denn wir möchten nicht, daß es einer bezahlt. Wir werden es zurückerstatten. Sofern die Unkosten gedeckt sind, werden keine Opfer mehr gehoben. Sollten Fremde unter uns sein: es ist nicht unsere Art hier um Geld zu betteln oder die Menschen zum Geben zu drängen. Wir lassen den Opferteller herumgehen. Das ist eine religiöse Handlung. Oft habe ich es ohne das versucht, doch geht es nicht. Das Geben ist ein Teil unserer Religion. Es gehört zu unserer Pflicht. Ganz gleich, wie wenig es ist. Ihr erinnert euch, daß der Herr Jesus zusah, wie die Reichen große Gaben in den Opferkasten legten und auch eine Witwe ihr Opfer brachte. Vielleicht hatte diese Witwe noch kleine hungrige Kinder, die neben ihr gingen. Doch sie gab alles, was sie hatte. Jesus fragte: "Wer hat am meisten gegeben?"
010 Wenn ich dort gestanden hätte, hätte ich gesagt: "Schwester, tue das nicht! Schau, wir haben genügend Geld!" Doch Er hielt sie nicht ab. Er wußte, daß ER etwas Größeres für sie bereit hatte auf dem Wege. Trotz allem hatte sie ein Heim in der Herrlichkeit, zu dem sie ging. ER hielt sie nicht zurück. Er ließ es zu, daß sie die paar Groschen hineinlegte, denn so wollte sie es. Sie mußte es gewollt haben, obwohl sie Witwe war, Kinder hatte und nur diese wenigen Groschen zum Leben besaß. Sie hatte das Verlangen, es zu tun. Seht, wenn die Menschen geben möchten, müßt ihr ihnen die Gelegenheit bieten, es zu tun.
011 Aber ich denke an diejenigen, die da sagen: "Wer gibt fünfzig Dollar? Wer gibt zwanzig Dollar?" Ich denke, so etwas schädigt eure Intelligenz. Ich meine, die Menschen wissen, daß man Geld benötigt, um eine Versammlung abzuhalten. Ich habe es meinen Managern nie gestattet, so etwas zu tun. Ich sagte: "Wenn ihr so etwas tun müßt, so ist es an der Zeit, daß ich zum Tabernakel zurückkehre." Wir brauchen so etwas nicht zu tun. Doch ich meine, daß wir den Opferteller herumreichen sollten, um einen vollständigen Gottesdienst zu haben. So werden wir an jedem Abend den Opferteller herumreichen und nur sagen, daß das Opfer jetzt erhoben wird.
012 Ich glaube, der Herr hat eine gewisse Botschaft für die Gemeinde auf mein Herz gelegt, die ich, so ER will, an jedem Abend bringen werde. Mehrere Tage war ich im Gebet. Ich werde nicht darauf eingehen, doch ein großes Ereignis ist vor einigen Tagen geschehen. Ich kann es kaum abwarten, euch darüber zu berichten. Das Hauptthema, - ich nehme an, die meisten von euch wissen es schon - ist Heirat und Scheidung. Das ist ein gewaltiges Thema, doch ich weiß nicht, wie ich mich dem nahen soll. Ich ging hinauf, um darüber zu beten, und der Herr ist mir begegnet. Ich wußte es nicht, doch Gott hat es mir gegeben. Jetzt weiß ich es. Gott hat mir die richtige Antwort geschenkt, und ich weiß, daß es wahr ist.
013 Ich weiß noch nicht wann, aber ich möchte die Schwestern darum bitten, daß sie am Sonntag nicht an der Versammlung teilnehmen. Ich weiß es noch nicht. Vielleicht möchten die verheirateten Frauen mit ihren Ehemännern kommen. Es handelt sich um entscheidende Dinge, von denen die Wahrheit gesagt werden muß. Wenn wir es so darlegen, daß es das "So spricht der Herr!" ist, dann wißt ihr, daß es die Wahrheit ist. Ich vertraue, daß ER das tun wird.
014 Vor einigen Tagen war ich im Restaurant - Jerry und all die anderen warten auf euch. Einer von ihnen sagte: "Diese Woche werde ich einen guten Umsatz haben, denn dort findet ein Basketballspiel statt und Branham wird Versammlungen abhalten. Dann muß ich viele Leute versorgen." Es sind die vom "Ranch Haus" Cafe. Sie waren sehr nett. Ich schätze euch alle. Der Manager vom "Ranch House" traf mich, als ich von Arizona kam, und sagte: "Br. Branham, ich habe gehört, daß du eine Versammlung haben wirst. Ich habe mir deshalb noch Hilfe dazu geholt. Dann möchte ich noch sagen, daß die Menschen, die von dort herkommen, ganz feine Leute sind." Das hat mich erfreut, denn ihr seid ja meine Kinder. Ihr seid ja keine Ziegenböcke, sondern Schafe. Ihr seid die Lämmer des Herrn, die ER mich weiden läßt. Ich vertraue, daß ER mich dies weiterhin tun läßt. Wir gehen vorwärts auf dem Wege.
015 Über das Thema "Heirat und Scheidung" wollte ich seit Öffnung der Siegel sprechen. Ihr wißt ja, daß alle Geheimnisse der Bibel durch die Öffnung der Siegel kundwerden sollten. Ich werde langsam alt und dachte, ich sollte es wenigstens auf Tonband sprechen, damit, wenn mir etwas geschieht, die Gemeinde nicht im Unklaren ist und sich fragt, was er wohl im Sinn hatte und darüber sagen wollte. Ich werde versuchen, euch auch all die anderen Themen, die so schwer scheinen, mit der Hilfe des Herrn darzubringen. Wenn dann etwas geschieht, oder wenn ich gehe, ehe ER kommt, dann steht es zur Verfügung.
016 Ich meine, wir haben neue Bücher bekommen. Ich sehe Schw. Vayle, weiß aber nicht, ob der Doktor hier ist. Ist er hier, Schw. Vayle?
017 Vielleicht ist er in der Versammlung. Ich sehe ihn nicht. Ja, dort hinten! Br. Vayle hat ein Buch geschrieben. Ich glaube, mir wurde heute gesagt, daß es zwei sind. Br. Vayle, stimmt das? Du hast jetzt zwei Bücher hier. Ich weiß nicht, doch soweit mir bekannt ist, soll jeder eine Kopie davon bekommen. Stimmt das?
018 Das Buch "Die Sieben Gemeinde-Zeitalter" ist fertig. Stimmt das, Bruder Vayle? Es ist jetzt gedruckt. Ich weiß, ihr werdet sie haben wollen, denn sie beantworten viele Fragen, die in euren Herzen gewesen sind. Danach werden wir die "Sieben Siegel" in ein Buch zusammenfassen, damit jeder es nachlesen kann und ein besseres Verständnis bekommt.
019 Ich meine, es ist schon geschrieben. Zunächst haben wir es vom Tonband abgeschrieben, wie es gesprochen war. Ihr wißt, es ist eine Sache, eine Predigt zu halten, und etwas anderes, ein Buch zu verfassen. Wenn ich ein Thema berühre, dann versteht ihr es. Zum Beispiel den Samen der Schlange. Wenn jemand das Buch liest, und es nicht ausführlich dasteht, fragt er sich: "Was ist der Same der Schlange?" Sie wüßten es nicht. Sollte es je in die "Princeton" Universität gelangen, würden sie denken, wir sind unverständige Menschen. Ich bat deshalb Br. Vayle, mir zu helfen und denselben Gedankengang zu behalten und eine korrekte Grammatik wiederzugeben, denn ich bin sicher, daß meine Grammatik ihnen ein Geheimnis wäre. Br. Vayle ist darin sehr gut.
020 Dabei, meine ich, hat unser geliebte Bruder wohl irgendwie ein wenig extra Inspiration aufgegriffen, denn er sagte, daß er zwei Bücher selbst noch davon schreiben wird. Das eine heißt: "Der Prophet des zwanzigsten Jahrhunderts" und das andere "Das Gemeindezeitalter von Laodizea".
021 Billy sagte mir heute abend, daß einige tausend davon heute aus Texas mitgebracht wurden. Sie sind hier. Man wird bekanntgeben, wieviele da sind. Ich meine, sie wurden bezahlt. Ich bin nicht sicher. Wenn dem so ist, werden sie unentgeltlich weitergegeben. Ich hoffe, daß es euch erfreut. Wenn dem so ist, reicht Br. Vayle die Hand und sagt es ihm, wie sehr ihr es schätzt. Ich selbst habe es nie gelesen. Wenn ich sie lesen würde, würde ich vielleicht meine Meinung darüber ändern. Ich werde versuchen, sie in dieser Woche zu lesen, wenn ich die Gelegenheit dazu bekomme.
022 Heute ist Mittwochabend. Morgen beginnen unsere offiziellen Versammlungen. Doch wenn ich nun unter euch bin, kann ich nicht einfach zu Hause bleiben, da ich weiß, daß ihr alle hier seid. Es ist, als wenn eure Verwandten kommen. Ihr lauft ihnen zum Ende der Straße entgegen. Ich dachte, ich gehe hin, um euch in Jeffersonville willkommen zu heißen.
023 Vor ungefähr drei Wochen bin ich nach Hause gekommen. Ich hatte Versammlungen in Arizona. Ich kam zurück, um mich auszuruhen, und ging auf eine Jagdreise, erlegte einen Löwen und habe somit in Arizona den Preis dafür erzielt. Ich verfolgte ihn etwa zwanzig Meilen durch den Wald.
024 Nie habe ich als Junge daran gedacht, doch es zeigt, wie die Dinge geschehen, und der Herr hat uns einen Ort gegeben, in dem wir seit Monaten sind und wo die Kinder zur Schule gehen.
025 Als kleiner Junge, ich nehme an, Jimmy Poole oder sein Vater, Big Jim, ist heute abend hier. Wir gingen zusammen zur Schule. Ich erinnere mich, als kleines schäbig gekleidetes Kind mit Tennisschuhen, aus denen die Zehen herausschauten, saß ich da, borgte ein Stück Papier von einem und den Bleistift vom andern.
026 Ich habe früher Gedichte geschrieben. Mrs. Woods wollte, daß ich heute nachmittag eines davon über meinen alten Ford auf Tonband wiedergeben würde. Sie meinte: "Das müßten wir an Herrn Ford schicken."
027 Ich sagte: Darin kommt zuviel Wahrheit zum Ausdruck. Ein Rattern vorne, ein Mahlen im Getriebe und die Schaltung wie ein chinesisches Puzzle... Doch ich sagte immer, das Einzige, was ich tun mußte, war, die vier Räder abzählen, ein bißchen rütteln, starten und hineinspringen. Ich sagte: Es ging gut bergauf, ganz langsam: ich-denk-ich-kann, ich-denk-ich-kann. Auf der anderen Seite ging es dann: ich-dacht-ich-konnt, ich-dacht-ich-konnt. In dieser Weise gehen wir in unserer Pilgerreise den Berg hinauf.
028 Ich hatte noch ein anderes Gedicht. Denkt nur, damals war ich ungefähr zwölf Jahre alt: und vor einigen Tagen stand ich dort, schaute in die Schlucht und dachte: "Dieser Löwe wird sich bald in diesem Raum befinden und aus diesem Fenster hinausschauen." Da dachte ich an mein kleines Gedicht und holte es heraus.
029 Glaubt ihr, daß Gott in jeder Weise Inspiration ist? Gott muß einen Gesang geben. Glaubt ihr, daß Gott in Gesängen ist? Jesus sagte es, indem ER von David sprach. Wißt ihr nicht, was David in den Psalmen sagte? Seht, was bei der Kreuzigung geschah! David sang es im 22. Psalm: "Mein Gott, mein Gott, warum hast Du mich verlassen? Alle meine Gebeine sind ausgerenkt. Sie haben meine Hände und Füße durchbohrt." Ihr wißt, das war ein Gesang, ein Psalm.
030 Gebt acht, in welcher Weise diese Dichtung sich erfüllte. Als kleines Kind mit geliehenem Papier sagte ich:
Ich habe Sehnsucht, solche Sehnsucht
nach dem weit entfernten Südwesten,
wo die Schatten am tiefsten fallen
über den Bergeskamm.
Ich kann einen Koyoten auf der Lauer sehen
in dem lila Nebelschleier.
Ich höre das Heulen eines Steppenwolfes
dort wo das Wild grast.
Und irgendwo in einer Schlucht
höre ich das Brüllen eines Löwen.
In den weit entfernten Catalina-Bergen
an der Arizona-Linie.
031 Vierzig Jahre später saß ich dort vor dieser Schlucht. Der Löwe schaute mich an. Oh Gott, es gibt ein Land hinter dem Fluß. Irgendwo ist es, Freunde. Es muß dort sein. Zuviel spricht davon. All diese Dinge sind nicht nur ein Mythos. Sie sind Realität. Ich bin so froh, heute abend mit Menschen hier zu sein, mit denen ich für immer zusammen sein werde. Dort wird keine Krankheit, kein Tod und keine Trennung mehr sein. Das Reisen wird uns nichts mehr ausmachen.
032 Keine Versammlung ist vollständig, ohne daß aus der Bibel gelesen wird. Br. Neville, ich bin einfach hierhergekommen, denn Billy sagte mir, daß ich sprechen sollte. War das richtig, Br. Neville? Vielleicht nehme ich ein wenig zu viel als selbstverständlich. Ich fühlte jedoch so gut darüber. Ihr, die ihr Gesänge habt, wendet euch an Br. Neville, wenn ihr singen möchtet, denn wir haben ungefähr eine halbe Stunde zur Einleitung und dann gehen wir direkt in diese tiefen Botschaften, um zu sehen, was der Herr tun will. Ich glaube, daß wir die Wahrheit haben. Damit bin ich zufrieden. Ich glaube, daß der Weizen vollständig da ist und die Spreu sich zurückzuziehen beginnt.
033 Vielleicht werde ich morgen einen kurzen Vorausblick darüber geben, wie die Spreu sich vom Weizen zurückzieht. Doch der Weizen muß in der Gegenwart der Sonne liegen und reifen. Deshalb sind wir hier, Freunde. Verbleibt in der Gegenwart der Sonne, bis unsere kleine Gruppe von Menschen hier so reif wird für Christus, daß es Brot auf Seinem Tisch ist. Ich möchte, daß es das bewirkt.
034 Ehe wir uns dem Worte nahen, nachdem wir die Gedichte aufgesagt haben, wollen wir noch einmal beten. Dann kommen wir zum Text.
035 Teurer Herr Jesus, hilf uns heute abend in diesen wenigen Worten, während wir auf Dich warten. Wir beten, daß Deine Gnade und Barmherzigkeit mit uns ist, oh Herr. Mache unsere Herzen weich; entferne alle Spreu, alle Dornen und Disteln, und laß den gesegneten Sonnenschein Gottes hereinfallen auf das Wort, oh Herr. Möchten wir eine solch große Versammlung haben, daß keine Person ungerettet unter uns bleibt und alle Kinder in das Reich Gottes kommen, und diejenigen ohne die Taufe des Geistes, mögen sie sie empfangen, Vater. Mögen all die großen Geheimnisse, die wir in diesem Zeitalter wissen sollen, Herr, uns enthüllt werden, damit wir sie in der Klarheit Gottes sehen, damit wir wissen, wie wir uns benehmen und wie wir handeln sollen, daß wir uns korrigieren und die Glieder unseres Leibes dem Worte unterordnen, damit wir wissen, wie wir in dieser gegenwärtigen Zeit leben sollen, in der sich der Herr Jesus naht.
036 Herr, durch eine teilweise Schulbildung bin ich zwar imstande zu lesen, wenn ich auch einige Worte nicht richtig ausspreche, doch Herr, mein Gott, Du allein kannst den Zusammenhang daraus geben. Du bist der Einzige, der es vermag. Es gibt keine Möglichkeit für einen Menschen, das zu tun. Es liegt allein in Deinen Händen, oh Herr. Gib jedem Einzelnen von uns die Dinge, die in Deinem Worte verborgen sind, damit wir bessere Christen werden und gemäß der Zeit, in der wir leben, Vorbilder des Christentums sind. Wir bitten es im Namen des Herrn Jesus. Amen.
037 Viele von euch haben die Bibel mit. Schlagt bitte das Buch Jona auf. Es wird so viel darüber gesprochen, daß Jona zurückgefallen war. Ich habe immer für Jona eingestanden. Ich glaube nicht, daß Jona zurückgefallen war. Daran glaube ich nicht. Ich meine, wir gebrauchen oft den Satz: "Er ist ein Jona" Ich habe bereits schon einmal darüber gesprochen und gesagt, was ich meine, was mit Jona geschah.
"Einst erging das Wort des Herrn an Jona, den Sohn Amitthai's, folgendermaßen: 'Mache dich auf, begib dich nach der großen Stadt Ninive und kündige ihr an, daß ihr böses Tun vor Mich gekommen ist!'"
Aber Jona machte sich auf den Weg, um aus dem Angesicht des Herrn hinweg nach Tharsis zu fliehen; und als er nach Joppe hinabgegangen war und dort ein Schiff gefunden hatte, das nach Tharsis fahren wollte, bezahlte er das Fahrgeld und stieg ein, um mit ihnen nach Tharsis zu fahren und so dem Herrn aus den Augen zu kommen. "
038 Ist das nicht ein trauriges Ende? "Ein Mann flieht aus der Gegenwart des Herrn", das ist mein Thema. Zunächst möchten wir darüber nachdenken. Ich denke, der Hauptgrund, weshalb Jona diese große Sache tat, war der, daß er als Jude aufgefordert wurde, zu einer heidnischen Stadt zu gehen und eine Botschaft gegen sie zu bringen. Er dachte, daß man ihn nicht annehmen würde, denn die Heiden würden meinen: "Was hat dieser Jude mit uns zu tun?" Doch seht, etwas anderes Wichtiges, das wir daraus ersehen, ist, daß Gott nicht nur der Gott der Juden, sondern auch der Gott der Heiden ist. ER ist der Gott aller Menschen.
039 Die Juden hat ER lediglich erwählt. Die Juden wurden Gottes auserwähltes Volk genannt. Sie wurden zu einem bestimmten Zweck erwählt. Der Zweck bestand darin, ihnen das Gesetz zu geben. Sie konnten es nicht halten. ER hat durch dieses Volk gezeigt, daß man das Gesetz nicht halten kann. ER ist ein Gott der Gerechtigkeit. Das Gesetz verlangte Gerechtigkeit, aber es war keine Gnade im Gesetz, um die Menschen herauszubringen. Die Strafe wurde nicht durch das Gesetz bezahlt. Es bedurfte der Gnade, die Strafe zu bezahlen, die uns das Gesetz auferlegte.
040 Jona - als einer der weniger bekannten Propheten der Bibel - wurde gerufen, zu dieser Stadt zu gehen. Hier finden wir unser aller Beispiel. Jeder Einzelne von uns, wir rennen immer von etwas weg - von den Schwierigkeiten, von der Verantwortung, das liegt uns allen. Es liegt uns mehr, davonzulaufen, als standzuhalten und der Sache zu begegnen. Wir ertappen uns beim Fortlaufen. Manchmal möchten wir von der Arbeit weglaufen. Wir möchten die Arbeit nicht tun. Manche denken, sie könnten das Leben ohne Arbeit bestreiten. Doch ich meine, es war Salomo, der gesagt hat: "Gehe, du Fauler, und lerne von der Ameise."
041 Ihr wißt, wenn die kleinen Ameisen sich nicht einsorgen für den Winter, dann können sie nicht überleben. Alle müssen arbeiten. Es sind so viele Dinge, die wir zu tun haben, so viel Verantwortung, der wir uns stellen müssen. Jeder muß einer gewissen Verantwortung begegnen.
042 Wenn es so weit ist, daß ihr eure Frau wählt und heiratet, oder euren Mann wählt, dann müßt ihr eine Verantwortung übernehmen. Dann denkt daran, vielleicht baut ihr ein Haus, ein schönes Haus. Vergeßt es nicht, als verheiratete Frau müßt ihr über eure Verantwortung, die Kinder zu erziehen, nachdenken. Ihr müßt daran denken, daß die schönen sauberen Wände bald kleine, schmutzige Händeabdrücke haben werden. Dann kommt die Verantwortung, eure Kinder zur Schule zu schicken. Ihr habt die Verantwortung, für Nahrung und Kleidung zu sorgen. Alles ist eine Verantwortung. So leicht weichen wir zurück, wenn wir der Verantwortung begegnen. Wir sehen, daß verheiratet sein in jeder Weise eine Verantwortung mir sich bringt.
043 Es ist schwer zu sagen, doch ist es wahr, daß Prediger oftmals vor der Verantwortung zurückweichen, für das wahre Wort Gottes einzustehen, wenn sie damit konfrontiert werden. Sie ziehen sich zurück vor der Verantwortung. Wenn die Wahrheit des Wortes Gottes den Menschen vor Augen geführt wird, dann ziehen wir uns bekanntlich soweit wie möglich zurück.
044 Ich habe gerade dort mit meinem Neffen gesprochen. Er ist Katholik. Ich taufte den Jungen vor einigen Jahren auf den Namen Jesu Christi. Dann lernte er ein Mädchen kennen und wurde katholisch. Ich hielt die Hand seiner Mutter, als sie im Sterben lag. Ihre letzten Worte, die sie sagte, waren: "Nimm dich Melvins an!" Jetzt hatte er schon einige Träume, sogar in der letzten Woche. Er sagte: "Ich bin in deine Gemeinde gekommen, Onkel Bill; du standest dort und predigtest. Ich machte mich auf, ein Bekenntnis abzulegen. Danach wachte ich auf." Er sagte: "Ich habe verkehrt gehandelt."
045 Ich sagte: "Melvin, dafür brauchst du keine Deutung. Dein Platz ist dort, da gehörst du hin." So ist es.
046 Manchmal wird das Äußerste verlangt, wenn wir die Verantwortung auf uns nehmen. Als Vater muß man die Verantwortung auf sich nehmen, die Kinder zu schlagen. So etwas möchte man den Kleinen nicht zufügen. Doch als Vater oder Mutter habt ihr die Verantwortung, die Kinder zu erziehen. Die Bibel sagt: "Wer die Rute schont, verdirbt seinen Sohn." Das müssen alle Psychologen der Welt zugeben. Es bleibt Gottes Wahrheit. Wenn dieses mehr praktiziert würde, dann hätten wir nicht so viel Jugendkriminalität und die Verderbtheit, die wir heute haben. Doch die alte goldene Verordnung des Heimes ist schon lange gebrochen. Man läßt die Kinder tun, was ihnen beliebt.
047 Doch wie ich bereits sagte: Prediger werden mit der Wahrheit konfrontiert und gehen dann davon. Es scheint, als sei etwas da, daß sie der Sache nicht begegnen möchten.
048 Oft kommen Menschen und sagen: "Ich weiß, das stimmt, Br. Branham. Doch wenn ich das tue, werde ich aus der Gemeinde geworfen." Was soll es? Wenn du es nicht tust, wirst du von dort oben hinausgeworfen werden. Irgendwo werdet ihr hinausgeworfen. Es ist besser, ihr begegnet der Sache, anstatt davonzulaufen und zu sagen: "Ich gehe hierher und nicht mehr dorthin zurück". Kommt zurück, höret noch mehr, forschet in der Schrift. Jesus sagte: "Forschet in der Schrift, denn ihr meinet, das ewige Leben darin zu haben, und sie ist es, die von Mir zeuget." Doch finden wir, daß Menschen der Sache nicht begegnen möchten.
049 In die Gegenwart Gottes gebracht, erkennen wir, daß Gott Verheißungen gab und daß ER verpflichtet ist, die Verheißungen zu erfüllen; und wenn ER dann Seine Verheißungen erfüllt, fürchten sich die Menschen vor der Verantwortung, die Botschaft der Stunde aufzunehmen. Das finden wir überall.
050 Wie steht es mit euch Lutheranern? Wieviele Menschen haben sich gefürchtet, der Wahrheit Luthers zu folgen, als er mit der Rechtfertigung auftrat? Seht, es hätte das Leben kosten können, herauszukommen, Jesus Christus zu bekennen und Lutheraner zu werden.
051 Seht, wie es mit euch Methodisten war. Man nannte euch Heilige Roller. Ich nehme an, daß ihr das wißt. Sie kamen so unter den Geist und wurden hin und her bewegt. Man sagte, sie haben "das Zucken". Das waren nicht die Pfingstler, das waren Methodisten vor vielen Jahren. Sie schüttelten sich, zuckten und fielen unter der Kraft Gottes. Man schüttete Wasser über ihre Angesichter und fächelte sie, weil man meinte, sie seien besinnungslos. Man hielt sie für Heilige Roller. Eure Mütter und Väter mußten es entweder annehmen und für die Wahrheit und die Tatsachen einstehen oder es abweisen.
052 Wie steht es mit euch Pfingstlern, die ihr die Zurückerstattung der Geistesgaben empfangen habt? Als die Taufe des Heiligen Geistes kam mit dem Zungenreden und die Gaben des Geistes in die Gemeinde zurückkamen, da wollten die Methodisten euch hinauswerfen, und das taten sie auch. Aber ihr mußtet dafür einstehen. Wie war es, als der Punkt der Taufe auf den Namen Jesu Christi hervorgebracht wurde und ihr es als die Wahrheit erkannt hattet? Entweder müßt ihr dafür einstehen oder etwas dagegen tun. Ihr tragt die Verantwortung dafür. Ein jeder trägt sie, und ihr müßt dem ins Auge sehen. So ist es. Wenn wir in diesen Tagen die Verheißungen und Dinge geschehen sehen, die im Worte Gottes stehen, dann haben wir die Verantwortung, damit übereinzustimmen oder uns davon zu entfernen. Ihr könnt nicht neutral bleiben. Ihr müßt etwas unternehmen. Ihr könnt nicht durch diese Tür zum Gotteshaus hereinkommen und als die gleiche Person wieder hinausgehen. Entweder seid ihr weiter von Gott entfernt oder Ihm näher gekommen, und zwar jedesmal, wenn ihr kommt.
053 O, wie einfach ist es für Menschen, diese Dinge abzutun. Ich möchte, daß wir daran denken, wenn wir morgen unsere offiziellen Versammlungen beginnen. Bitte gebt acht, wenn ihr mit diesen Dingen konfrontiert werdet. Gibt es darüber eine Frage, dann muß es auch eine Antwort geben.
054 Wenn ich zum Beispiel westwärts gehen möchte und ihr weist mich in jene Richtung, dann wißt ihr, daß ich am Ziel vorbeigehe, denn das ist Nordwest. Wenn mich ein anderer in diese Richtung weist und ich sie einschlage, gehe ich wieder am Ziel vorbei, denn es ist Südwest. Solange ich noch frage, wo der Westen ist, muß es eine direkte Antwort geben. Wenn wir mit Fragen über biblische Wahrheiten konfrontiert werden, so muß es die rechte Antwort geben. Das stimmt. Sie muß da sein.
055 Wenn uns etwas dargelegt wird, dann meine ich, anstatt wegzulaufen und zu sagen: "Das ist Unsinn, so etwas kann ich nicht glauben", sollten wir unsere Bibel nehmen, uns hinsetzen, der Sache begegnen und uns darin vertiefen. Ihr seid jetzt hier in einer Versammlung. Seht euch die Sache an! Prüft es selber mit dem Worte. Das ist die einzige Möglichkeit, die Wahrheit zu erfahren. Es ist die Wahrheit vom 1. Moses bis zur Offenbarung. Christus ist die Offenbarung der ganzen Bibel. In Ihm, in Christus, traf die gesamte Erfüllung aller biblischen Weissagungen unbedingt zusammen, denn ER war Gott geoffenbart im Fleisch.
056 Wenn wir in einer Versammlung mit diesen Dingen konfrontiert werden und die Kraft Gottes wirksam sehen, durch die Dinge, übernatürliche Werke, geschehen, und in die Bibel hineinschauen und feststellen, daß sie für diese Stunde verheißen sind, dann sind wir mit diesen Dingen konfrontiert und haben eine Verantwortung, ob wir es für uns selbst annehmen. Viele Menschen sympathisieren und sagen: "Das ist richtig!", doch das genügt nicht. Damit ist eure Verantwortung noch nicht aufgehoben.
057 Wenn ich als junger Mann nach einer Frau ausschaue, die ich heiraten will, und ich treffe ein Mädchen, in der ich alle Eigenschaften finde, die ich von einer Frau erwarte - mit königlicher Moral, lieblich, feines Wesen, eine wirkliche Christin, alles, was ich mir von einer guten Frau vorstelle - ganz gleich, auch wenn ich meine, sie sei vollkommen und genau die Richtige, so gehört sie mir nicht, bis ich die Verantwortung auf mich nehme und sie meine Frau wird.
058 So ist es auch mit der Botschaft. Ihr mögt sagen: "Es ist richtig." Dieser oder jener sagt: "Ich sympathisiere damit. Ich glaube, es ist die Wahrheit." Doch ihr müßt es annehmen. Es muß ein Teil eurer selbst werden und ihr ein Teil davon. Dann gehört es euch.
059 Wenn ihr diese bestimmte Frau heiratet, die ihr erwählt habt, werdet ihr eins. So ist es mit euch und Christus. Wenn ihr Ihn geoffenbart und als Realität seht, dann seid ihr ein Teil von Ihm und ER ein Teil von euch. Zusammen seid ihr ein Teil der Botschaft.
060 O wieviele Schiffe der Denominationen haben wir für die Jonas dieser Tage, die nach Tharsis hinfahren - etwa neunhundert davon. Auf dem Schiff, auf dem bequemen Wege - sie wollen der Sache nicht begegnen. Jona wollte ihr nicht begegnen und zu den Heiden gehen. Er wollte die harte Botschaft nicht dort hin tragen: "In vierzig Tagen wird die Stadt untergehen, wenn ihr nicht Buße tut!" Das wollte er nicht tun und dachte: "Es ist schwer zu sagen, was die Heiden mit mir tun werden." Doch er mußte der Sache begegnen. Er nahm ein bequemes Schiff nach Tharsis. Er ging in das Innere des Schiffes und schlief ein, auf diesem bequemen Wege.
061 Es ist ein populärer Weg für die Menschen. Es ist ein leichter Weg, wenn jeder euch auf die Schulter klopft und sagt: "Du bist ein feiner Kerl." ^Dies ist soundso und gewiß!" Und die Welt wird auf euch schauen. Es ist einfach, den populären Weg zu gehen. Doch wenn ihr etwas anderes tun müßt, wenn ihr gemäß eurer Überzeugung den Stand einzunehmen habt, und ihr wißt, daß es die Wahrheit ist, da beginnt der schwere Teil. Da beginnt die Reibung. O, wie oft haben wir das alte Lied gesungen:
Wie leicht ist es, auf stiller See zu segeln,
zu vertrauen in die Stärke des großen Armes Jehovahs!
062 Doch wenn die Wellen sich erheben und die Winde wehen, wenn die Wellen hochschlagen, was tut ihr dann?
063 Mir wurde einmal etwas von einer Dame aus den Zeiten der Pferdewagen erzählt. Das Pferd ist mit ihr durchgegangen auf dem Wege von der Versammlung. Ich fragte: "Was hast du getan?" Sie sagte: "Ich habe dem Herrn vertraut, bis die Leine zerriß." Das ist die Zeit, in der man dem Herrn vertrauen sollte: wenn die Leine zerrissen ist. Sonst verlaßt ihr euch auf die Leine, bis sie zerrissen ist.
064 Wir stellen fest, daß es viele leichte Wege mit Schiffen nach Tharsis gibt. Es ist so einfach. Solange ihr keine Verantwortung übernehmt, geht alles wie ihr es möchtet. Jeder mag euch, alle stimmen mit euch überein, ihr stimmt mit allen überein - ist das nicht ein Waschlappen, der sich hin und her schieben läßt. Ganz gleich, wer ihr seid und wofür ihr eintretet, vernünftig denkende Leute werden in Wirklichkeit mehr von euch halten, wenn ihr zu eurer Überzeugung steht.
065 Seid unbesorgt! Seht eine Frau an, die nicht gut aussieht, was immer sie auch sein mag, doch wenn sie für die Prinzipien der Frauenschaft einsteht und sich wie eine Dame benimmt, so wird ein jeder Mann für sie einstehen. Gewiß, wir schätzen es, wenn jemand für das eintritt, was er für die Wahrheit hält.
066 Viele werden hin und her bewegt. Zu viele Christen dieser Tage sind so sanft eingeseift, daß sie meinen, es genügt, einer Gemeinde beizutreten, irgendwo ihren Namen in ein Buch schreiben zu lassen oder ein klein wenig auf und ab springen, zu jauchzen oder etwas Derartiges, und nennen es dann Christentum. Christentum ist ein tägliches, rauhes Leben für Gott in dieser gegenwärtigen Welt. Es ist ein fortwährendes Brennen des Feuers und der Liebe Gottes, das eure Herzen entflammt hat und euch unter die Menschen stellt, um sie zu Christus zu führen.
067 Verantwortung! Es ist einfach, den Weg zu gehen, den die Welt geht. Es ist einfach, mit dem Strom zu schwimmen. Geht mit eurem Boot auf den Fluß. Nehmt eure Ruder und beginnt gegen den Strom zu paddeln; ihr kommt nicht gut vorwärts und es ist schwer. Wenn ihr aber die Ruder verliert, dann seht, wie schnell ihr an den Bäumen vorbeisaust, doch seht, wohin geht ihr! Denkt daran! Wenn ihr so leicht dahersegelt, wie schnell mündet ihr in einen anderen Strom oder stürzt einen Wasserfall hinunter! Es wird nicht lange dauern, daß ihr euch diesem Wasserfall nähert und mit der Welt dahinsegelt. Das möchtet ihr nicht, nein niemals! Doch ihr müßt eure Verantwortung auf euch nehmen. Ihr glaubt es und meint, es ist die Wahrheit.
068 Es ist eine Verantwortung, die Gott uns in dieser Zeit gegeben hat, diese Botschaft zu bringen. Ich werde älter und weiß, daß meine Tage kürzer werden. Ich fühle eine noch größere Verantwortung als je zuvor. Ich dränge vorwärts. Wir müssen es tun. Wir müssen, wohin wir auch kommen, überall von dieser Botschaft erzählen und den Menschen sagen, daß Jesus Christus kommt, daß ER Gott ist und bald kommt. Es ist keine Hoffnung in dieser Welt als nur das Kommen des Herrn.
069 Ich schaue auf einige Freunde, die dort mit mir waren, als der Engel des Herrn erschien. Die Brüder hier, so glaube ich, fanden den Ort, wo es geschah. Denkt daran, was der Herr an dem Tage zu Br. Wood sagte, als wir den Berg hinaufgingen. Er weinte wegen seiner kranken Frau. Der Herr sprach: "Hebe den Stein auf, wirf ihn in die Luft und sage: 'So spricht der Herr!'" Das tat ich. Br. Wood sitzt hier als ein Zeuge. Ich sagte: "Br. Wood, es wird nicht lange dauern, bis du etwas geschehen siehst."
070 Als wir am nächsten Tag alle zusammenstanden - einige von ihnen sind heute abend hier -, war auch ein junger Prediger dort. Ich hatte ihn schon am Abend zuvor getroffen. Er war in unserem Camp. Er kam, um mit uns zu sein. Er sagte zu mir: "Br. Branham, werden dir auch hier Visionen geschenkt?" Ich sagte: "Ja! Doch ich bin hierhergekommen, um mich ein wenig auszuruhen. Natürlich zeigt ER mir auch hier Dinge. Über diesem Hügel war es, wo die sieben Engel erschienen sind."
071 Er antwortete: "O ja, ich begreife. Ich habe deine Versammlungen in Kalifornien unterstützt." Ich erwiderte: "Es freut mich, das zu wissen." Während ich dort stand, sah ich in einer Vision einen gesetzten Arzt, der in seine Augen schaute und den ich sagen hörte: "Du wirst dieses Auge verlieren, denn es ist von einer Allergie befallen. Zwei Jahre habe ich dich behandelt, doch du wirst dein Auge verlieren."
072 Ich sagte: "Der Grund, warum du mich fragst, ist, weil der Arzt dir vor einigen Tagen sagte, daß du dein Auge verlieren wirst." Er sagte: "Das stimmt."
073 Er sah sich um, während ich seine Mutter im Gesicht sah, die ihren Strumpf auszog und ihren Fuß zeigte, der zwischen den Zehen voller Tumore war. Sie sagte: "Wenn du Br. Branham siehst, bitte ihn, dafür zu beten." Und so sagte ich: "Deine Mutter hielt ihren Fuß hin, zeigte die kleinen Tumore auf ihren Zehen und sagte: 'Laß Br. Branham beten!'''
Er sagte: "Bruder Branham, das ist die Wahrheit."
074 Dann sah ich ihn wieder dort stehen, wie er mich mit klaren Augen ansah. Ich traf ihn im letzten Herbst. Seine Augen waren besser als die all der anderen im Camp. Der Herr hatte ihn geheilt. Als ich dort stand, zeigte mir der Herr, was geschehen wird: "Gerichte sind im Begriff, die Westküste zu treffen." Er sagte: "Stelle dich dort neben das Feuer."
075 Ich hatte eine Schaufel in meiner Hand und ging dort hinüber. Br. Roy Roberson war dabei. Wir alle kennen ihn. Er ist heute abend wohl nicht hier, so weit ich weiß; er ist in Arizona. Er ist der Vorsitzende des Vorstandes hier. Ich wußte, daß er ein alter Streiter war. Etwas war im Begriff zu geschehen. Es war ein wirklich schöner, stiller Morgen, ungefähr 10 Uhr. Die Brüder waren dort anwesend, etwa zehn oder zwölf, brachen ihre Zelte ab und beschäftigten sich mit dem erlegten Wild. Ich ging hin und sagte: "Roy, verberge dich schnell! Etwas ist im Begriff zu geschehen." Mehr konnte ich ihm nicht sagen. Und gerade, als ich dort ankam, kam ein Wirbelsturm von Gott aus dem Himmel, machte ein schallendes Geräusch, erschütterte den Berg, ging in die Berge hinein, schnitt ungefähr fünf Fuß über meinem Kopf dahin, so daß die Baumspitzen abgehauen wurden und Felsengestein sich löste. Es ging in die Luft und kam wieder herab und fiel wieder gegen den Berg, und das Felsengestein wurde herausgehauen. Das geschah drei Mal, dann ging er wiederum in die Luft. Br. Banks kam zu mir herüber und sagte: "Ist es das, wovon du gestern gesprochen hast?"
076 Ich erwiderte: "Ja, das ist es!" Zwei Tage danach wurde Alaska fast versenkt. An der ganzen Westküste geschahen Donner und Stöße und dergleichen mehr. Eines dieser Tage wird es in den Ozean hineinrutschen. Das stimmt. Was ist es? Wir leben in der Stunde des Kommens des Herrn.
077 Wir haben gesehen, wie Systeme und Dinge hervorkamen und all diese Dinge geschehen. Wir wissen, daß es eine wahre Antwort auf diese Dinge gibt. Die Menschen auf dem Lande gehen in die Höhlen usw. Sicher habt ihr es gelesen: "Am 16. März wird der Herr kommen." Ihr wißt, daß dem nicht so ist. Jesus sagte: "Niemand weiß die Stunde oder den Augenblick."
078 Wenn wir all diese Dinge und die Geschehnisse sehen, so muß es irgendwo eine wahre Antwort geben. Die Wahrheit muß vorhanden sein. Es gibt einen Osten und einen Westen, aber es gibt auch einen Südosten und Nordwesten. Irgendwo muß eine wahre Antwort auf das Problem sein.
079 Dem aus dem Wege gehen? Wir müssen Menschen sagen, daß wir in der Stunde des Kommens des Sohnes Gottes sind. Wir möchten darauf achten und immer vorangehen, bereit, einem jeden die richtige Antwort zu geben.
080 Es ist schon in dem Garten Eden immer so gewesen, daß die Menschen dem auswichen und sich von Gott entfernten. Im Garten Eden kam für Adam die Entscheidung, seine Wahl zu treffen, ob er mit Gott verbleiben oder mir seiner Frau gehen würde. Die Wahl mußte er treffen. Die Verantwortung lag auf ihm. Entweder würde er das nehmen, was seine Frau sagte, oder das, was Gott sagte. Er entschloß sich, mit seiner Frau zu gehen. Als er das tat, verlor er seinen ursprünglichen Zustand und hat der ganzen Welt den Tod gebracht. Er hatte die Verantwortung, die sogenannte neue Erleuchtung, die seine Frau brachte, obwohl sie im Gegensatz zu Gott war, anzunehmen oder nicht. Denkt darüber nach! Gott hatte ihnen nur acht oder zehn Worte, die sie halten sollten, gegeben: "Aber von dem Baum der Erkenntnis des Guten und des Bösen sollt ihr nicht essen!" Mehr brauchten sie nicht zu halten. Nur so wenig vom Worte, und auch das brachen sie. Dann mußte sich Adam entscheiden, ob er tun würde, was seine Frau sagte oder was Gott gesagt hatte. Er ging mit offenen Augen hinaus. Er mußte die Verantwortung übernehmen. Dadurch ist die ganze Menschheit dem Tode unterworfen.
081 Dann kam der zweite Adam, welches Christus ist. Niemand ist Ihm gleich. Jemand sagte, ER war nicht Gott. Seine Einzigartigkeit bewies, daß ER Gott war. Niemals lebte jemand wie ER. ER lebte in einer Welt für sich selbst. ER war außerhalb des natürlichen Bereiches geboren. Halleluja! ER war der Schöpfer selbst, Fleisch geworden. Wer konnte je sagen, was ER sagte? Wer konnte je tun, was ER getan hat? Seine Einzigartigkeit bewies, daß ER Gott war. Kein Prophet, niemand konnte tun, was ER getan hat! Wer kann die Toten aus dem Grabe hervorrufen? Wer konnte den Naturelementen Einhalt gebieten und tun, was ihm beliebte? ER war Gott. Wer könnte je Seinen Platz einnehmen? Wer anders konnte ER sein als der vollkommene, unsterbliche Gott, Fleisch geworden, unter uns wohnend.
082 Nichts kann mit Ihm verglichen werden. ER lebte in einer Welt für sich. Kein Mensch hat je gesprochen wie ER. Wenn ER nur Seinen Mund öffnete, ging etwas vor sich. Es war ein Unterschied zwischen Ihm und allen anderen. Jemand sagte: "ER war nur ein gewöhnlicher Mann." Dem widerspreche ich. ER war Gott. Das war ER. Niemand sprach wie ER, niemand konnte wie ER sprechen, denn ER selbst war das lebendige, fleischgewordene Wort, die Offenbarwerdung der Fülle Gottes.
083 Ich gebe zu, die Propheten hatten ihre Botschaft. Sie hatten sie damals und auch jetzt. Doch in Ihm war die Fülle der Gottheit leibhaftig kundgetan. ER war der Einzigartige. ER war Derjenige, der der Sache in Seiner großen Kraft begegnete. ER hätte der absolute König über die Welt sein können. ER wird es sein. Für Seine Heiligen ist ER es schon jetzt. Dort stand ER!
084 Ein Mensch, der nicht hatte, wo ER Sein Haupt hinlegen konnte, obwohl ER wußte, wo der Fisch war, der die Münze verschlungen hatte. Welch ein Mensch könnte die großen Wasserkrüge zu Wein verwandeln und nicht haben, da ER Sein Haupt hinlege? ER mußte der Verantwortung begegnen, die Ihm aufgetragen war. Welch ein Mensch hätte jemand, der vier Tage tot war und in Verwesung überging, aus dem Grabe rufen können? Hätte ER sich nicht selbst retten können? Doch hätte ER es getan, dann wären wir nicht gerettet worden. ER mußte der Verantwortung begegnen. ER mußte Seine Verpflichtungen wahrnehmen, im Gehorsam des Wortes, im Gegensatz zum Ungehorsam Adams, der die Abkürzung auf dem Wege nach Tharsis wählte. Doch Jesus begab sich auf den Weg nach Ninive zu den Heiden, um Seine Braut zu holen. Ich bin so froh, daß ER es noch heute abend tut. Auch wir müssen den Tatsachen begegnen, daß wir Ihm gehören und das Weltliche von uns genommen wird.
085 Jeder Mensch muß der Sache begegnen und hat eine Verantwortung vor Gott. Zum Beispiel nehmen wir Noah, Moses, Elia und alle anderen in jedem Zeitalter; sie alle mußten der Verantwortung begegnen. Sie mußten es tun. Gerade deshalb wurden sie zu der Stunde gesandt.
086 Seht auf Noah in seinem wissenschaftlichen Zeitalter. Er mußte einer Sache begegnen, die nicht wissenschaftlich bewiesen werden konnte. Es war gegen die Wissenschaft. Weshalb? Er sagte: "Regen wird vom Himmel fallen." Noch nie war ein Tropfen Regen vom Himmel gefallen. Seht, er mußte der Sache ins Auge sehen. Gott hatte gesagt, es werde regnen. Der Glaube ohne Werke ist tot - wenn ihr sagt: "Ich glaube es!" und handelt nicht danach. So ist es mit der Botschaft. Wenn ihr sagt: "Ich glaube es", handelt aber nicht danach, was nützt es euch dann? Seht, Noah nahm den Hammer und begann die Arche zu bauen, um zu bestätigen, wovon er sprach. Das müssen auch wir tun. Wir müssen ans Werk gehen und unseren Glauben durch unsere Werke beweisen. Unsere Werke beweisen unseren Glauben. Moses mußte es tun und Elia mußte es tun. Jeder Prophet mußte in seinem Zeitalter auftreten und der Verantwortung begegnen. Viele von ihnen handelten nicht wie Jona. Er lief davon, sie taten es nicht. Gebt acht! Er mußte dagegen auftreten. Da habt ihr es! Das ist unser Thema. Predige gegen diese Stadt! Das ist der Maßstab. Er ging nicht hin, um diesen Freunden zu sagen: "Ich bin gekommen, euch beizutreten. Ich glaube und möchte euch sagen, was zu tun sei. Ich habe hier eine kleine Sache und glaube, daß wir alle zusammengebracht werden können und dies und das tun." Nein, es war eine Predigt, die er gegen sie bringen mußte. Wenn ihr gegen etwas predigen müßt... Er mußte gegen alles predigen, was da war: "Tritt gegen die Stadt, gegen ihre Werke, gegen ihre Gemeinde, gegen ihren Propheten, gegen ihre Prediger, gegen ihre Priester, gegen die gesamte Stadt auf!" Er mußte dagegen auftreten.
087 Noah predigte gegen sein Zeitalter, gegen die Kirchen seiner Zeit. Moses mußte auftreten gegen die Menschen seiner Zeit, die Priester usw. Er predigte auf dem Wege durch die Wüste. An jeder Kreuzung rief er fortwährend die Menschen auf.
088 Elia war zu seiner Zeit sehr unbeliebt, weil er gegen das Zeitalter auftrat. So war es. Johannes der Täufer war unbeliebt in seinem Zeitalter. Er predigte gegen seine Zeitgenossen. Er tadelte den König, den Herrscher des Landes, der die Frau seines Bruders zum Weibe nahm.
089 An einem Morgen mußte er über Heirat und Scheidung sprechen. Er trat dagegen auf und sagte: "Es ist nicht richtig, daß du sie zu deiner Frau genommen hast." Später kostete es ihm das Haupt. Doch er trat auf und erfüllte seine Pflicht. Er nahm kein Schiff nach Tharsis und sagte: "Herodes, ich stimme mit dir überein. Es ist in Ordnung. Solange du meinst, sie ist eine nette Frau und ist dir ein gutes Weib. Mach nur weiter!" O Barmherzigkeit. Diese Waschlappen! Damit reinigt man nur die schmutzigen Teller.
090 Gebt acht! So war es nicht mit Johannes. Er stand seinen Mann und sagte: "Es ist nicht richtig, daß du sie zum Weibe genommen hast." Jawohl, er trat dagegen auf. Sie liefen nicht fort. Johannes tat es nicht. Sie stellten sich den Tatsachen. Einmal versuchte Mose davonzulaufen wie Jona, doch Gott brachte ihn zurück. Viele wollten sich zurückziehen, doch seht, wenn Gott euch gerufen hat und ihr sicher seid, daß Gott in der Botschaft ist, dann wird euch nichts zurückhalten können. Auch Jona wurde nicht umgestimmt.
091 Amos rief damals aus: "Der Löwe hat gebrüllt, wer sollte sich nicht fürchten. Gott der Herr hat gesprochen, wer sollte nicht weissagen?" Wer kann anders als weissagen, wenn ihr seht, daß Gott gewisse Dinge zeigt, die geschehen werden, und sie aussprechen läßt?
092 Wenn der Löwe brüllt, fürchten sich alle. Jawohl! Wenn ihr je einen Löwenruf im Dschungel gehört habt! Ihr hört sie vielleicht im Käfig nur miauen. Doch ihr müßtet einmal einen wilden Löwen brüllen hören. In fünfhundert Meter Entfernung fällt das Gestein den Berg hinunter. Ich weiß nicht, wie das aus den Lungen hervordringen kann. Er neigt sein Haupt nach unten, sein Fell sträubt sich; nie habe ich etwas Derartiges gehört. Es ist wie ein Kanonenschuß, wenn der Löwe brüllt. Wer würde sich nicht fürchten? Man sagt, der Tod durch einen Löwen ist schmerzlos. Zunächst erschreckt er euch zu Tode. Er erschreckt euch zu Tode, ehe er euch packt. Seht, ihr bemerkt es nicht. Er erschreckt euch mit dem wütenden Gebrüll. In Sekundenschnelle ist er über euch.
093 Er sagte: "Der Löwe hat gebrüllt, wer sollte sich nicht fürchten? Gott der Herr hat gesprochen, wer sollte nicht weissagen?" Wenn ihr seht, daß Gott etwas tut, so sagt ihr, obwohl ich kein Prophet bin... "Ich mag kein Prophet noch der Sohn eines Propheten sein, doch Gott der Herr hat gesprochen, wer sollte nicht weissagen?" Ich mag kein Prophet, weder dies noch jenes sein; wenn ich wahrnehme, daß Gott etwas tut, und ich sehe es hier im Wort, daß ER es verheißen hat, wer könnte dann an sich halten und schweigen? Gewiß, ER hat es getan.
094 Wir können uns nicht hinter Satzungen und Gemeinschaften verstekken, die nach Tharsis führen. Zu den Gemeinschaften möchten wir nicht hingehen. Doch viele tun das gleiche wie Adam, der einen Ersatz zu finden versuchte, um damit vor Gott zu treten, nachdem er wußte, daß er verkehrt gehandelt hatte, gegen die Wahrheit aufgetreten war und mit seiner Frau so weiterging und genau das tat, was Gott verboten hatte. Er ging einfach weiter und tat es trotzdem. Dann stellte er fest, daß er nackt war; sie und er im Garten Eden. Ihre Augen wurden geöffnet; sie wußten jetzt um das Rechte und das Verkehrte. Dann versuchte er, einen Ersatz zu finden, um sich selbst damit zuzudecken. So geschieht es auch heute. Man rechtfertigt sich: "Wenn, wenn, wenn." So ist es. Doch wenn ihr dem ins Auge schauen müßt, so ist es entweder richtig oder verkehrt. Wenn es das Richtige ist, so verbleibt damit. Wenn es verkehrt ist, so entfernt euch davon! Stellt das Richtige fest! Ihr möchtet nicht länger warten. Laßt uns das Rechte, die Wahrheit feststellen und damit verbleiben. Wir wissen, daß das wahr ist.
095 Heutzutage sieht es aus, als hätte alle Aufrichtigkeit die Menschen aus den Gemeinden verlassen.
096 Wir bewohnen das Haus einer teuren Schwester, die zu dieser Gemeinde kommt; wahrscheinlich ist sie heute abend hier. Sie vermietet dieses Haus. Sie ist so nett gewesen, uns dieses Haus zu vermieten. Ich würde sie bei Namen nennen, doch das mag sie wohl nicht. Sie ist so nett zu uns gewesen, und ich möchte sie nicht bloßstellen. Doch sie ist eine sehr nette Dame. In diesem Hause befand sich ein Fernsehapparat. Wir wohnen in einem Doppelhaus. Ich habe eine große Familie mit einigen Kindern. Dort stehen viele Betten. Alles ist aufgestapelt und man muß sich da hindurchbegeben, um ein und auszugehen.
097 Dort hatten sie einen Fernseher. Sonntag morgens sahen sich die Kinder ein Programm an, in dem man christliche Lieder sang. Wißt ihr, man könnte sich nur schämen, wenn man nicht wüßte, daß es auch noch ein echtes Christentum gibt. Es sieht aus, als ob alle Aufrichtigkeit entschwunden ist. Es ist einfach furchtbar, wie sie mit ihren Fäusten aufeinander zugehen und versuchen, christliche Loblieder dazu zu singen. Sie erzählen solche Witze, die man fast keinem Matrosen zutrauen könnte, und sagen Dinge, um einander zu necken. Alle Heiligkeit scheint ihren Platz im Christentum verloren zu haben.
098 Ich gehe zur Versammlung und der Pastor gibt bekannt, daß eine Schwimmparty stattfindet. All die Frauen in ihren Badeanzügen gehen dort hin. Diese Frauen werden einen Schwimmwettkampf haben, dann eine Party, in der man Hähnchen ißt und Bingo und dergleichen spielt. Ich meine, alle wahrhaftige Aufrichtigkeit ist dem Christentum entschwunden. Man versucht, an allem vorbeizukommen.
099 Als wir hierherkamen, stellten wir fest, daß hier in diesem kalten Lande mehr von den Schwestern Shorts tragen als im heißen Lande. Das stimmt. Dort, wo es wirklich heiß ist, tragen nicht viele Shorts. Doch hier, wo es kalt ist, tun sie es. Sie erkennen nicht, daß es der Teufel ist. Es geht gar nicht um eure Bequemlichkeit, es wäre anders bei einem Mann. Ich meine, es sieht schon an einem Mann krankhaft aus, doch ihn ließe man unbeachtet. Doch der Leib einer Frau ist geweiht, und so muß sie ihn erhalten.
100 Menschen von heute, ihr könnt sehen, daß zwei Geister wirksam sind. Das Eine ist der Heilige Geist, das andere ist ein unheiliger Geist. Jeder wird von einem beherrscht. Beide sind religiös. Das ist der befremdende Teil. Beide sind religiös. So wie Esau und Jakob, beide waren religiös wie Kain und Abel, Judas und Jesus. Wir sehen es heute, beide Seiten sind fromm. Seht, es ist derselbe Geist. Die Menschen sterben, der Geist nicht. Er besteht weiter. Beide sind fromm. Die einen in Besitz genommen vom Heiligen Geist, ein Leben führend, wie es sein soll im göttlichen Wandel und Aufrichtigkeit, nicht um einen Pfennig würden sie euch übervorteilen. Sie tun alles, um euch aufrichtig zu helfen. Die anderen sind so nett wie sie sein können, doch bei ihnen stellt man das Gegenteil fest. Doch beide Geister sind religiös. Das eine ist der Heilige Geist, das andere der unheilige Geist. Beachtet, auch wenn sie den Anspruch der Religion stellen, verlachen sie euch und nennen euch Heilige Roller. Sie tun alles, was sie können. Sie ignorieren das unveränderliche Wort Gottes, als ob es nie geschrieben wäre. Seht, ihr könnt sagen: "Ich bin getauft, ich habe den Heiligen Geist", dann stehen sie da mit einer Zigarette und rauchen und sagen: "Ja, ich habe den Heiligen Geist."
101 Oder: "Es ist nicht verkehrt, ein wenig zu trinken. Ich meine nicht, daß es schadet." Doch Gott denkt anders darüber. Ihr müßt es gemäß Seinem Worte sehen. Sie tun es einfach ab.
102 Wie der kleine behinderte Mann daherkam, als David von seinem Thron davonziehen mußte. Er ging weinend den Ölberg hinauf und schaute zurück. Dieser kleine Mann kam daher und spie ihn an. Der Leibwächter sagte: "Warum soll dieser tote Hund meinen Herrn, den König, anspeien?" David sagte: "Laß ihn in Ruhe." Sehr, er spie ihn an. Ungefähr achthundert Jahre später bespien sie seinen Sohn Jesus Christus. Heute bespeit man Ihn wiederum, völlig ohne Ehrfurcht, gleichgültig. Sie wenden ihren Kopf, gehen hinweg und lachen dir ins Gesicht. Was ist es? Sie befinden sich auf dem Wege nach Tharsis. Um des Herrn Willen tritt man gegen alles Böse, gegen die Sünde, gegen alles Verkehrte auf.
103 Denkt daran, wir müssen dafür verantworten. Diejenigen, die in das Antlitz Christi spien, mußten sich dafür verantworten. Als David aus seinem Exil, in dem er sich als Flüchtling befand, zurückkehrte, da fiel dieser Mensch auf sein Angesicht und flehte um Gnade. Als David dahinging, hatte er ihn angespien, doch jetzt, als er zurückkehrte, war er gewillt, seine Füße mit seinen Tränen zu benetzen. Eines Tages werden diejenigen, die Jesus durchstochen haben, es sehen. Diejenigen, die Ihn heute durchbohren, werden es sehen. Eines Tages wird ER wiederkehren. Denkt an Offenbarung 22. ER erwartet, daß wir jedes Wort, daß ER geschrieben hat, halten.
104 Nun, wir wissen, daß Seine Gegenwart hier ist. Es ist bestätigt. Wir haben es. Wir vertrauen, daß ER fortfährt, es in dieser kommenden Woche zu bestätigen, daß die Kranken geheilt werden und gewaltige Dinge geschehen. Wir möchten nicht die populären Ideen, wir möchten die Wahrheit. Wir möchten für nichts anderes einstehen als das, was Gott als Wahrheit bestätigt hat. Sei dessen gewiß, daß deine Sünden dich immer wiederfinden werden. Wenn dies nicht hier geschieht, so werden sie dich am Gericht wiederfinden. Irgendwann werden sie dich erreichen. Das stimmt.
105 Wenn ihr wahre Christen seid, wahrhaftig gerufen wie Jona, dann hat Gott eure Reise bereits bezahlt. Steigt aus dem Schiff aus, das nach Tharsis geht. Gott hat euch zu diesem Leben bestimmt. Gewiß, wenn du ein wahres, von Gott gerufenes Kind bist, komme zu Christus. Kommt in Seine Fülle hinein. Für welchen Ort ist eure Reise bezahlt? Für Ninive, nicht für Tharsis. Ihr seid vorherbestimmt. Das Schiff fährt ab und ist unterwegs. Nur eines ist zu tun, einzusteigen. Es sei denn, ihr habt Gott in euch, sonst habt ihr keinen Frieden. Wie mein Neffe vorhin sagte, der seit zehn Jahren hier und dort hingeht. Er geht zu der katholischen Kirche dort und hört sich an, was der sogenannte heilige Vater sagt. Dann wieder hier und dann dorthin. Was hat er dadurch erreicht? Er hungert und dürstet immer noch. Ich sagte ihm: "Dein Ort ist hier am Altar, Sohn." Einen anderen Ausweg gibt es nicht. Wenn Gott euch nachgeht, gebt auf und kommt zu Ihm.
106 Denkt daran, Gott war im Boot. Gott war im Sturm. Gott war im Fisch. Wohin er sich wandte, war Gott. Gott ist dort. ER wird euch nachgehen. Warum warten wir noch länger? Laßt uns diese Erweckung richtig beginnen. Worauf wartet ihr? Wir glauben, daß das Kommen des Herrn nahe bevorsteht. ER wird eine Braut haben, die bereit ist. Wir wollen kein Schiff nach Tharsis. Wir gehen nach Ninive. Wir gehen zur Herrlichkeit, Amen! Das stimmt. Wir gehen dahin, wo Gott segnet. Das möchten wir tun.
107 Begibt euch in die Gegenwart Gottes mit eurem Herzen. Nicht nur unsere Hände, sondern unsere Herzen weihen wir Gott, bis ER uns völlig durchdrungen hat mit den Strahlen Seiner Herrlichkeit und Seine Güte in uns hineingebracht wurde und es zur Reife kommt, bis es zu einer Realität in uns wird, daß wir anderen zeigen können, daß Jesus Christus lebt. O, so möchten wir sein.
108 Denkt daran! Wohin Jona sich auch begab - Gott war im Boot; Gott war im Sturm; Gott war im Fisch; ER blieb mit Jona, bis Sein vollkommener Wille geschah. Wenn ER euch nachgeht, mögt ihr euch hier oder dort verbergen, doch ihr werdet elend sein, bis ihr das tut, was ER für euch von Anfang bestimmt hat. Fliehet nicht aus der Gegenwart Gottes. Stellt euch Ihm. Ihr glaubt, daß es die Wahrheit ist. Wenn es die Wahrheit ist, dann ist es wert, dafür zu leben und dafür zu sterben. Wenn ER es euch je als Wahrheit bestätigt hat, dann können wir uns davon nicht entfernen. ER wird da sein. Ihr vermögt es selbst nicht.
109 ER hatte Seinen Propheten dazu bestimmt, dort hinzugehen und die Botschaft zu bringen. Es sah so aus, als hätte ER einen anderen Propheten senden können, doch ER hatte Jona dazu bestimmt. Sogar Elia hätte es nicht tun können, Jeremia nicht und auch Moses nicht. Jona sollte nach Ninive gehen. Das war es. ER beauftragte ihn und sagte ihm, zu gehen. Wenn ER sagt: "Gehe dort hin! Jona, gehe nach Ninive", dann kann niemand anders hingehen und es tun als Jona. Wenn Gott euch etwas sagt, dann müßt ihr es tun, niemand anders. Wir müssen uns der Sache einfach stellen, hingehen und es tun.
110 Wir glauben, daß wir in der Stunde leben, in der Gott etwas tut. Wir leben jetzt darin. Ich glaube, daß ich heute abend zu der Versammlung spreche, die sich hingibt und darauf wartet, zur Reife zu gelangen. Ich glaube das von ganzem Herzen. Ich möchte sagen, es ist jetzt genauso, wie es immer war.
111 Wir glauben, daß die Stunde da ist, in der Johannes 14, 12 sich erfüllt. Wir glauben, daß Maleachi 3, 23 erfüllt sein muß. Wir glauben, daß Lukas 17, 30 erfüllt sein muß. Wir glauben, daß alle Verheißungen, die ER ausgesprochen hat, in diesen Tagen geschehen müssen. Wir glauben, daß sie erfüllt werden müssen. Wir glauben, daß wir sie jetzt erfüllt sehen. Das stimmt.
112 Hört auf, fortzulaufen! Entfernt euch nicht aus Seiner Gegenwart! Bewegt euch in Seine Gegenwart hinein! Das stimmt. Ich weiß, es ist euer Verlangen, das zu tun. Ich habe hier Autokennzeichen sogar aus Texas und Louisiana und von überall gesehen. Wir sind hergekommen, nicht um aus Seiner Gegenwart zu laufen, sondern um in Seine Gegenwart zu eilen. Kommt zurück! Hört auf, ein Jona zu sein. Wenn ihr euch gefragt habt, welcher Weg zu gehen sei und was getan werden soll, kommt heute mit uns in das Schiff. Wir sind auf dem Wege nach Ninive, um unsere Stimme zu erheben. Wir lassen das Schiff nach Tharsis gehen, wenn sie wollen. Wir haben eine Pflicht vor Gott. Das ist die Botschaft, für die wir verantwortlich sind.
113 In dieser kommenden Woche - heute abend ist es nur eine kleine Einführung dessen, was ich auszurufen habe -, Brüder, bin ich nur für eine Botschaft verantwortlich. Ihr Prediger, die ihr hier sitzt, ich bin nicht hier, euch zu verletzen. Und ihr Männer und Frauen, ich möchte, was das kommende Thema über Heirat und Scheidung betrifft, daß ihr daran denkt. Ich habe euch dieses alles gesagt, um euch begreiflich zu machen, daß ich allein vor Gott verantwortlich bin. Und wiederum bin ich euch gegenüber verantwortlich, euch die Wahrheit zu sagen. Ich werde euch nichts anderes sagen als die Wahrheit, solange Gott mich wissen läßt, was Wahrheit ist. Es sei denn, ich kenne die Wahrheit, sonst sage ich nichts darüber. Jedoch glaube ich, daß Gott mir die Wahrheit über Heirat und Scheidung zeigt. Ich vertraue, daß ER mir hilft, es darzulegen.
114 Noch andere Botschaften hat Gott auf mein Herz gelegt, die ich bringen werde. [Br. Branham erwähnt einige Themen, über die er während der Woche sprechen wollte.] Ich möchte, daß die Versammlung begreift, daß ich hier bin, zu dienen. Manche von euch gehen zurück zu ihrer Gemeinde und sagen: "Br. Branham hat das und das gesagt." Ich bin einer Botschaft verpflichtet, die mir von dem allmächtigen Gott gegeben wurde. Heute abend stehe ich hier, Gott weiß, daß es die Wahrheit ist, was dort an diesem Fluß geschah. Vielleicht sitzen Leute hier, die anwesend waren, als der Engel des Herrn dort herabkam und zu mir im Jahre 1933 sprach, was ER tat, an der Einmündung der Spring Street. Wenn ihr hier fremd seid, könnt ihr dort hinfahren. Dort, am Ende der Spring Street, wenn ihr zum Fluß kommt, dort ist es geschehen. Es war im Jahre 1933, schon über dreißig Jahre her. Wie hat ER alles ausgeführt. Wir sind ausgezogen, die Botschaft zu bringen, sahen, wie Blinde, Krüppel, Gelähmte, Gichtbrüchige und Kranke jeder Art geheilt wurden, sogar einige Tote wurden auferweckt, deren Tod schon bescheinigt war. Menschen, die starben, sind wieder zum Leben auferweckt worden und andere Dinge geschahen.
115 Wenn eine Rotschaft gebracht wird, geschehen Wunder und Zeichen, und dennoch halten Menschen fest an ihren alten Ansichten, die nicht von Gott kommen. Gott braucht es nicht zu tun, doch ER versucht eure Aufmerksamkeit auf etwas zu lenken.
116 Als Jesus begann, heilte ER die Kranken und tat große Werke. Das tut Jesus immer. Moses und alle anderen und Jesus taten es. Als ER hier war, tat ER es, und ER tut dasselbe noch heute. Wenn ER Versammlungen durch Erweckungen auf Erden beginnt, dann wirkt ER durch große Wunder und Zeichen. Wenn ihr danach noch die alte Lehre hervorkommen seht, dann stimmt irgendwo etwas nicht, denn es muß etwas Neues hervorkommen.
117 Als Jesus begann, schätzte man Ihn als einen feinen Rabbi. Auf jedes Podium konnte ER gehen und predigen, solange ER die Kranken heilte. Überall wollten sie Ihn haben, doch eines Tages sagte ER: "Ich und der Vater sind eins. " Bruder, danach war ER nicht mehr gefragt. Als ER sagte: "ES sei denn, ihr esset Mein Fleisch und trinket Mein Blut, sonst habt ihr kein Leben in euch, sondern wer Mein Fleisch ißt und Mein Blut trinkt, hat ewiges Leben; und Ich werde ihn am jüngsten Tage auferwecken", von da an war Er nicht mehr populär.
118 Sie sagten: "Dieser Mann ist ein Vampir. ER ist Beelzebub, deshalb tut ER die Dinge. ER konnte die Zukunft sagen. ER durchschaute ihre Gedanken und erkannte sie. ER ist ein Wahrsager." Doch was war es? ER war das Wort Gottes geoffenbart in der Stunde. ER war pflichtbewußt. ER sagte: "Ich tue allezeit, was Meinem Vater wohlgefällt." Oh Gott, hilf uns, dasselbe zu tun, was dem Vater wohlgefällt. Ich hoffe, daß ihr alle versteht. Wenn ihr mit mir in diesen Botschaften mit den Dingen nicht übereinstimmt, denkt doch bitte daran und habt wenigstens so viel Respekt, daß ich eine Verantwortung trage und daß ich nicht nach Tharsis fliehe. Ich bin auf meinem Wege nach Ninive. Ich muß predigen. Der Herr segne euch alle.
119 Laßt uns die Häupter für einen Moment beugen. Ich möchte euch nicht länger aufhalten, doch ich möchte heute abend wissen, ob jemand hier ist, der nicht so in Christus ist, wie er sein sollte. Ihr möchtet es, ihr verlangt danach. Würdet ihr bitte eure Hand erheben und sagen: "Br. Branham, bete für mich." Gott segne euch. Sehr euch die Hände an! Ihr sagt: "Br. Branham, ich bin hier, möchte näher zu Gott kommen." Eure Hände sind erhoben und auch meine. Deshalb bin ich hier. Ich hungere genau wie ihr.
120 Vor einigen Tagen geschah eines der gewaltigsten Dinge. Jetzt weiß ich, was zu tun ist. Ich bete, daß Gott euch das rechte Verständnis gibt. Sollte in euren Gedanken noch eine Frage sein, dann muß irgendwo die Antwort sein. Mein Gebet ist zu Gott, daß ER eure Fragen während dieser Zeit beantwortet.
121 Wenn ihr krank seid, möge Gott euch heilen. Wir werden Heilungsgottesdienste haben. Jeden Abend werden wir eventuell für die Kranken beten. Wir werden alles tun, was wir können, um euch zu helfen. Tut auch ihr alles, uns zu helfen. Wir werden zusammenarbeiten und Gott vertrauen, daß ER uns große Versammlungen gibt.
122 Nun, Gott, unser Vater, diese wenigen abgehackten Worte sind jetzt in Deinen Händen. Herr, sie wurden ausgesprochen. Ich werde dafür verantworten müssen. Die Worte können nie mehr sterben. Sie sind aufgenommen und gehen um die Erde. Eines Tages werde ich dem allen begegnen. Das erkenne ich, Herr. Ich sage es mit tiefer Aufrichtigkeit.
123 Teurer Gott, ich bete heute abend für jeden Einzelnen von ihnen, für Deine Kinder. O Gott, ich vertraue, daß sie verstehen und ihre Fragen beantwortet sind, die sie heute in ihrer Gesinnung bewegen, ehe diese Woche um ist. Gewähre es, Herr.
124 Es sind einige hier, Vater, die Dich nicht als Retter kennen, oder die noch nicht mit dem Heiligen Geist erfüllt wurden. Möge dieses der Abend sein. Herr, weder kann ich jemanden mit dem Heiligen Geist erfüllen noch kann ich jemand retten. Ich kann ihnen nur sagen, was Du gesagt hast: "Selig sind, die da hungern und dürsten nach Gerechtigkeit, denn sie sollen gefüllt werden."
125 O Gott, ich bete, daß Du solch einen Hunger in ihren Herzen wirkst. Viele, Herr, sind hungrig. Warum würden sie sonst Hunderte von Meilen auf eisigen Straßen und im Regen über die Berge und durch die Wüste fahren, um zu einem solchen Ort zu kommen und sich hier zu setzen? Dann denke ich an das, was Du sagtest: "Wo das Aas ist, versammeln sich die Adler." Speise uns, Herr, mit Deinem göttlichen Manna. Gib unseren Seelen, was sie wirklich benötigen. Wir dürsten nach Dir, o Vater. Wir sind jetzt in Deinen Händen.
126 Möge der große Heilige Geist, der an jenem Tage dort auf dem Berg herniederkam, jetzt unsere Herzen durchdringen mit Seiner Güte und Barmherzigkeit und uns das rechte Verständnis geben, ist mein Gebet. Vater, wir erkennen, daß wir das benötigen, um es recht zu verstehen, denn wenn wir nicht wissen, was wir tun, wie sollen wir dann wissen, wie es getan wird. Wir benötigen das Verständnis, wie Daniel die Schriften des Propheten Jeremia las und zum Verständnis gelangte. Vater, wir haben das Verständnis durch die Schriften, vom Heiligen Geist inspiriert, wie ER es uns in dieser Stunde offenbart. Stille unser Verlangen, Herr, das wir nach Dir haben. Ergeben bitten wir darum, Vater, zu Deiner Ehre im Namen Jesu Christi.
127 Wir beugen unsere Häupter, während unsere Schwester das Lied spielt: "ER wird mir Gnade und Herrlichkeit geben und mit mir gehen den ganzen Weg."
128 Ich möchte, daß ihr jetzt stille betet und den himmlischen Vater darum bittet, daß ER euch heute abend geben möchte, was ihr benötigt.
129 Teurer Bruder, teure Schwester, ER ist euch so nahe wie euer Arm. Ihr glaubt mir in anderen Dingen, glaubt mir dieses! ER ist hier, um euch zu geben, was immer ihr benötigt.
130 O, in den letzten Wochen war ich geistlich so hungernd und dürstend, hatte solch ein Heimweh nach euch. Deshalb sagte ich: "Billy, laß uns nach Hause gehen." Meda sagte: "Weshalb willst du in die kalte Gegend zurückgehen, Bill? Du wirst doch sofort heiser. Du kommst heraus, erkältest dir den Kopf und wirst so heiser, daß du kaum sprechen kannst." Ich sagte zu ihr: "Ich weiß es nicht." Ich sehe meinen Freund Charlie Cox dort sitzen. Ich sagte: "Ich sehne mich danach, Charlie Cox sagen zu hören: 'Das kleine Eichhörnchen ist dort den Baum hinaufgeklettert.' Ich habe solch ein Verlangen, es zu hören." Ich möchte um euch sein.
131 Ich weiß, mein Bruder Banks wurde sehr krank. Ich sah ihn in einer Vision vor nicht langer Zeit. Er lag auf seinem Rücken, und ich weiß, er wäre vor kurzem fast von uns gegangen.
132 Ich betrachte euch alle. Vor einigen Abenden kam ich zu der Versammlung der Internationalen Geschäftsleute, der alte Vater Shakarian, der Vater von Demas, saß gewöhnlich und hielt Ausschau, bis ich hereinkam. Dann lächelte er und winkte mir zu. Er ist nicht mehr da. Er ist heimgegangen. Dann mußte ich zu der Familie mit dem "So spricht der Herr!" kommen, daß auch die Tochter Florence sterben wird. Ich hatte es in der Vision gesehen. Ich weiß, daß sie scheiden wird. Ich sagte: "Betet! Betet nur!"
133 Ihr wißt, ein Prophet bekam den Auftrag, dem König zu sagen, sein Haus in Ordnung zu bringen. Doch der betete, und ER verschonte sein Leben und verlängerte es um fünfzehn Jahre. Ich sagte: "Betet!"
134 Ich kam zurück, befand mich hier bei einem Essen im Restaurant. Ein Mann kam und fragte: "Bist du nicht Billy Branham?" Er hat mich wohl nicht erkannt. Weil mein Kopf kahl geworden war, trug ich ein Haarteil, um vorzubeugen, daß ich nicht immer heiser werde. Er kam zu mir und sagte: "Ich dachte doch, daß ich dich kenne, Billy." Ich sagte: "Ja, und wer bist du?" Er antwortete: "John Warman."
Ich fragte: "Wie geht es Dip?" Er sagte: "Billy, er ist tot."
135 Ich ging durch das Gerichtsgebäude, hatte meine Steuern bezahlt. Dort rief mir eine Frau nach: "Wußtest du, daß John heimgegangen ist?" Ich kannte die Frau nicht. Ich war verlegen. Dann sagte sie, obwohl ich nicht wußte, wer sie war: "Denkst du an die dunkle Nacht, als der Fluß über die Ufer trat und die Häuser hinweggespült wurden dort auf der Chestnut Straße und du dein Leben riskiert hast und in ein Haus gingst, um eine Frau mit ihren kleinen Kindern zu retten? Ich fragte: "Bist du das?" Sie antwortete: "Ich bin die Frau."
136 Sie schrie um ihr Kind; ihr kennt meine Lebensgeschichte. Sie sagte: "Mein Jüngstes ist verheiratet und hat eine Familie." Sie selbst ist alt und grau. Auch ich bin alt. Einer nach dem anderen von uns wird gerufen.
137 Wir haben Versammlungen, und ich vermisse diesen und jenen. Eines Tages werden wir alle vermißt werden, aber Bruder, Schwester, es gibt einen Ort der Zusammenkunft. Laßt uns sicher sein, daß wir richtig stehen. Möge nicht all unser Verständnis über Gott und die anderen Dinge vergeblich sein. Laßt uns glauben!
138 Vater, sie sind in Deinen Händen. Ich bin in Deinen Händen, o Herr. Wir sind jetzt hier, uns zu weihen vor den Versammlungen, die morgen abend beginnen. Würdest Du uns helfen, Herr? Mögen unsere Unterhaltungen fortwährend auf Dich gerichtet sein und unsere Herzen und Sinne ebenfalls. Erhalte Du uns im vollkommenen Frieden. Es steht in der Bibel geschrieben: "Verlaß dich nicht auf deinen Verstand." Wir möchten nicht unser Verständnis, wir möchten Dein Verständnis. Gib es uns. Möge die Erweckung in unsere Seele kommen, bis alle Versammelten ein Herz und eine Seele in völliger Übereinstimmung sind. Gewähre es, Vater. Gewähre diese Dinge während wir beten, im Namen Jesu Christi.
Jesu, zieh zum Kreuze mich,
wo die Quelle fließet,
die zum Heil der Sünder sich
dort so frei ergießet.
Hin zum Kreuz, hin zum Kreuz,
all mein Sehnen gehe,
bis vor Gottes Throne ich
triumphierend stehe.
139 O Gott, wenn einige hier sind, die empfinden, daß sie jetzt kommen und niederknien sollten am Altar, mögen sie es tun. Wollt ihr kommen und sagen: "Ich bin nicht, wo ich sein sollte, Herr. Ich möchte mich aufs Neue weihen. Ich möchte es heute abend tun, Herr." Ihr seid alle willkommen. Wir sind hier, für euch zu beten.
Hin zum Kreuz, hin zum Kreuz,
all mein Sehnen gehe,
bis vor Gottes Throne ich
triumphierend stehe.
140 Laßt uns beten, jeder aus seinem Herzen. Vergeßt die Zeit. Wir beugen unsere Häupter in Seiner Gegenwart. Diese Dame ruft: "Ich liebe Dich, Jesus." Denkt daran - auch wenn ihr vor vielen Jahren gerettet wurdet, ihr erinnert euch, wie lieblich es für euch war - heute abend ist ER genau so lieblich.
141 Laßt uns beten, jeder in seiner eigenen Art. Wir wollen uns alle Gott neu weihen, uns dem Herrn neu ergeben.
142 Teurer Herr Jesus, Du bist der Strom all meines Trostes, bist mir mehr als das Leben. Wen hab ich auf Erden außer Dir, oder im Himmel als nur Dich? Teurer Gott, wir beten jetzt, daß Deine Barmherzigkeit und Gnade auf jeden Einzelnen von uns herabkommt, oh Herr. Wir sind hier um den Altar versammelt. Viele konnten nicht kommen. Du begegnest ihnen auf ihrem Sitz. Was immer wir Dir darbringen, Herr, nimmst Du willig an. Wenn wir Dir unsere Zeit geben, unser Talent, Du nimmst es an. Doch Herr, unser Gott, heute abend möchten wir darüber hinausgehen. Wir bringen alles, was wir haben, als Opfer dar. Alles, was ich bin, was ich je sein werde, alles ist in Dir, oh Herr. Wir bitten, daß Du diese, unsere Gebete, zu Herzen nimmst. O Herr, gib uns diese große Tiefe des Heiligen Geistes, daß unser Leben verwandelt wird, denn wir sehen, daß wir jetzt dem Ende nahe sind. Es kann nicht mehr lange dauern. Tag für Tag sehen wir, daß unsere Angehörigen genommen werden, jung oder alt. Wir wissen, bald wird an unsere Tür geklopft. Heute abend, Herr, während wir bei vollem Verstande sind, hier sitzend oder kniend oder aufgestanden, in welcher Position wir uns befinden mögen, nimm uns an, Herr, unser Gott. Nimm mich, Herr. Ich bin nichts, doch was immer ich bin, Herr, wenn Du mich irgendwie gebrauchen kannst, ich weihe mich Dir.
143 Ich bete, teurer Gott, für jeden Einzelnen von ihnen, für diese teuren Menschen, für die ich dort im Gebirge von Arizona eintrat, oh Herr, und weinte. Hier sind sie, kniend am Altar mit uns heute abend, betend und ihr Leben weihend. Wir lieben Dich, Vater, mehr als unser eigenes Leben. Wir lieben Dich mehr als unsere Familien. Wir lieben Dich mehr als Frau, Kinder, Vater, Mutter, Schwester, Bruder, Mann, Frau. Wir lieben Dich, Herr Jesus. Mach uns das zu solch einer Realität in unseren Herzen, Herr. Gieße das Öl der Freude in unsere Seelen, oh Herr. Schenke uns ein Wasserbad des Wortes, gewaschen zu sein durch Dein Wort, die Wahrheit recht teilend. Herr, viele sind heute abend hier, die noch Unklarheit über diese so wichtigen Themen haben. O Gott, öffne den Born im Hause Gottes für unsere Reinigung. O Gott, ich bete, daß Du uns in Deinem Blute waschen und reinigen und uns zu neuen Kreaturen machen möchtest. Gib uns Gnade und Stärke, das Wort der Wahrheit gemäß der göttlichen Offenbarung Jesu Christi zu bringen. Möge ER vor uns erscheinen, Herr. Möge ER kommen und unsere Sünden vergeben, unsere Krankheiten heilen und unsere hungrigen Herzen mit der frohen Botschaft der großen Freude füllen, auf daß das Evangelium in unserem Leben offenbar werde. Segne jeden Pastor, jeden Gesangleiter, jeden Sonntagschullehrer, segne uns alle zusammen, Herr, denn wir lieben Dich in Wahrheit. Wir sind Dein, o Herr, und weihen uns Dir, im Namen Jesu Christi. Gebrauche uns jetzt nach Deinem Willen.
144 Fühlt ihr euch jetzt nicht wunderbar? Laßt uns die Hände erheben und Ihn preisen, ein jeder in seiner Art.
145 Herr Jesus, Du Rose Sarons, Du Lilie im Tale, Du heller Morgenstern, der Schönste von Zehntausenden, Du bist mein Lebensborn, mehr als Leben für mich. Wie lieben wir Dich!
146 Irgendwie empfinde ich, daß etwas vor uns liegt, in das wir hineingehen. Glaubet nur. Ich glaube, daß ich weissage. Viele, die noch traurig sind in ihrem Herzen, werden froh sein. Die großen Geheimnisse werden klar. Menschen, die traurig sind, werden voller Freude sein.
Hin zum Kreuz, hin zum Kreuz,
all mein Sehnen gehe,
bis vor Gottes Throne ich
triumphierend stehe.
147 Johannes damals, als er zu alt war zu predigen, setzte er sich und rief aus voller Kraft: "Kindlein, liebet einander! Liebet einander!" Laßt nichts unter euch kommen. Haltet alles fern, ganz gleich, was es sein mag, stellt euch der Sache. Wir sind auf dem Wege nach Ninive. Begebt euch nicht auf das Schiff nach Tharsis, das euch aus der Gemeinschaft nimmt. Laßt uns den Strom zu den Segnungen Gottes hinuntergehen. Ich glaube, wir werden sie empfangen. Ich glaube es, Vater.
148 Fühlst du dich besser, Schwester? Das ist fein. Ich sehe es gerne, daß Kinder geboren werden. Ich denke daran zurück, wie vor Jahren auf demselben Gelände Tausende in das Reich Gottes hineingeboren wurden. Das ahnten wir nicht, als wir mit achtzig Cent in der Tasche diese Gemeinde zu bauen begannen. O, ER sprach: "Ich, der Herr, habe gepflanzt. Ich bewässere Tag und Nacht." Das hat ER getan. Das tat ER. Gott segne euch.
149 Gedenkt des Gottesdienstes morgen abend, der dort in dem Schulauditorium stattfindet. Jemand wird hier sein, der euch den Weg weisen wird.
Wenn ihr Ihn liebt, sagt Amen. Ist ER nicht wunderbar?
150 Ich stehe am Ufer und singe das alte Lied:
Auf Jordan's stürmischem Ufer ich stehe,
Denkt daran! Es ist mehr als dreißig Jahre her
und werfe einen sehnsüchtigen Blick
nach dem schönen und frohen Lande Kanaans,
wo sich mein Eigentum befindet.
151 Viele von denen, die ich an dem Nachmittag getauft habe, sind jetzt dort. Sie standen dort und sahen den Morgenstern aus dem Himmel herunterkommen, sich im Kreise bewegend, und es wurde gesagt: "Wie Johannes der Täufer gesandt wurde vor dem ersten Kommen Christi, so wird deine Botschaft dem zweiten Kommen Christi vorausgehen." Wie hätte man das ausdenken können? Doch Gottes Wort ist wahr. Das ganze Wort. Wir leben in der Gegenwart des großen Königs. Gott segne euch.
152 Während wir die Häupter beugen, bitte ich Br. Neville, unseren geliebten Pastor, daß er hierherkommt und zum Schluß mit uns betet. Gott segne dich, Bruder Neville.